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Unsere Gemeinde
Zu unserer Gemeinde gehören aktuell etwa 3000 Gemeindeglieder. Als 1890 diese Gemeinde als
Tochtergemeinde des benachbarten Kaditz gegründet wurde,
war die Gemeinde etwa doppelt so groß. Die Sehnsucht nach einer eigenen repräsentativen Kirche in Radebeul wuchs. Die Eisenbahnlinie nach Leipzig war gebaut. Aus ästhetischen Gründen richtete man die Kirche nach der Eisenbahnlinie aus und nicht nach der theologisch begründeten Ostrichtung (im Osten liegt Jerusalem. Aus dem Osten kommt das Reich Gottes!)
Unsere Kirche fasst etwa 700 Besucher. Sonntags treffen sich durchschnittlich etwa 150 – 250 Gemeindeglieder. Diese – vor 120 Jahren moderne Kirche – ist vielen ans Herz gewachsen. Sie bleibt
der zentrale Ort, wo alle Altersgruppen sich zum Singen, Beten, zum Gottesdienst und anderen Veranstaltungen treffen. Diese Kirche bleibt ein Ort, wo um Wahrheit öffentlich gestritten wird, wo
Menschen Geborgenheit und Schutz finden und kreative Wege in eine menschenwürdige, friedliche Zukunft finden können.
 Kirchenstandort
Unsere Kirche fällt sowohl von der Bahnlinie Dresden-Meißen/ Riesa/ Berlin als auch von der Meißner Straße her
ins Auge, nicht nur durch ihre imposante Größe, sondern auch durch die tiefrot gebrannten Backsteine. Sie
bilden einen schönen Kontrast zum hellen Elbsandstein. Unsere Kirche prägt das Stadtbild. Sie finden unsere Kirche in Radebeul Ost unweit vom Karl-May-Museum.
Schauen Sie doch einfach mal rein. Wir laden Sie montags bis freitags von 10.00 - 16.00 bis Ende September
2005 zu kostenlosen Kirchenführungen ein. Zur Zeit beherbergt unsere Kirche die Ausstellung „Einmalig
vielfältig“. Der Dresdner Fotograf Steffen Giersch hat zehn Menschen mit Behinderungen aus ganz Sachsen
zwischen fünf und fünfzig Jahren porträtiert. Davon werden 5 Porträts in unserer Ausstellung gezeigt. Der Optimismus der Porträtierten verblüfft und überzeugt.

Kirchengeschichte
1. Vorgeschichte
Bis 1890 gehörten Radebeul und das Dorf Serkowitz zum Dorf Kaditz. Allerdings besaß bereits das nördliche Dorf Oberlößnitz seit
1854 einen eigenen „Betsaal“ in der Oberlößnitzer Schule auf dem Augustusweg. Die Stadt wuchs. Durch die Industrialisierung
Dresdens bildete sich ein Speckgürtel, indem Radebeul als „Nizza des Nordens“ ein besonders beliebter Wohnort wurde.
Persönlichkeiten mit Rang und Namen, aber auch Handwerker, Arbeiter, Bauern und Angestellte fanden hier Heimat.
1887 bildeten die drei vorgenannten Orte einen gemeinsamen Kirchenausschuss. Sie warben für einen eigenen Kirchenbau und regten
an, die nötigen Gelder für den Bau zu sammeln. Als Standort war zunächst der Platz der heutigen Schillerschule vorgesehen
(Pestalozzistr. – Ecke Gellertstr.), später der zentralere Ort hier an der damaligen Meißner Chaussee und heutigen Meißner Straße.
Der 1890 gewählte Kirchenvorstand beauftragte die Architektenfirmen Giese, Weidner und Schilling/Gräbner mit der Ausarbeitung von Plänen.
2. Bauvarianten
Zwei Varianten standen sich am Ende gegenüber:
Die Firmen Giese und Weidner legten einen Entwurf für einen neugotischen Kirchenbau mit einer Doppelturmfront vor.
Der Kirchenvorstand entschied sich für den letzteren „moderneren“ Entwurf, da so an die kunstlandschaftliche Tradition Sachsens und
an die „Kunst der Lutherzeit“ angeknüpft werden konnte. So erhielt die Lößnitzlandschaft einen neuen malerischen Akzent.
3. Baugeschichte
Am 19. Mai 1891 erfolgte die Grundsteinlegung. Nach einer Bauzeit von nur 16 Monaten, unter der Leitung der Baufirma Rudolf Baron,
wurde die Kirche am 28. November des Folgejahres geweiht. Die umfangreichen Bildhauerarbeiten führten Hermann Hasenohr
(Dekoration), Richard König (Figuren), Johannes Ludwig (Kanzel, Lesepult und Altar), Firma Urban (Bleiglasfenster nach Holzschnitten
von Dürer), V. Kaschek (Schlusssteine), Kühnscherf (schmiedeeiserne Gitter) und Firma Jehmlich (Orgel) durch. Die Gesamtkosten für
den Kirchenbau beliefen sich damals auf ca. 327.000 Mark, das sind heute etwa 1 Million Euro.
Die Kirche wurde intensiv genutzt. Oft reichte der Platz nicht aus. Besonders dann, wenn Konzerte mit dem Chor aufgeführt wurden.
Damit der Chor und das Orgester an der Orgel besser gesehen werden konnten, erweiterte man die Emporen im Jahr 1934, baute die
Orgel um und malte die Kirche neu aus. Am 26. August 1934 fand dann die Weihe der erneuerten Kirche unter dem Namen
„Lutherkirche“ statt. Von 1953-1967 erfolgte ein weiterer Umbau der Orgel und deren Erweiterung durch die Firma Jehmlich. Von 1972
-1973 wurde die Kirche im Inneren und Äußeren erneuert und die Innenraumfarbigkeit wieder hergestellt.
4. Kircheninnenraum
Der Innenraum unserer Kirche wirkt durch seine weit gespannten, in den Stahldachstuhl hineingezogenen Gewölbe und durch seinen
mit zwei Bögen abgesetzten Altarraum weit und licht. Die Verwendung von Rochlitzer Porphyr und Holz verleiht der Kirche einen
intimen Charakter. Das Zentrum der Kirche bildet der Ort des liturgischen Geschehens: die Kanzel am Triumphbogen, das Lesepult
und der Altar, umflossen vom farbigen Licht der Bleiglasfenster. An der reich verzierten Kanzel sind Christus und die 4 Evangelisten zu
sehen. Die Taufkapelle und die Sakristei befinden sich links und rechts vom Altar.
Unsere Kirche hat die stolze Höhe von ca. 68 Metern bis zur Turmspitze. Die letzte Aussicht genießt man in ca. 50m Höhe, in der so
genannten großen Laterne, genau über dem Glockenturm. Hier bietet sich dem Besucher ein malerischer Blick über Radebeul. Die
kleine Laterne bildet mit der Turmspitze den Abschluss der Kirche. In der Mitte des Turmes kann man auf zwei Balkone heraustreten.
Unser Posaunenchor bläst auf dem unteren zu besonderen Anlässen. In dieser Kirche wurde Karl-May getraut. Sein Haus ist gut vom Turm einsehbar.
5. Jehmlich-Orgel
Die Dresdner Orgelbaufirma Jehmlich baute unsere Orgel und betreut sie noch heute. Unsere Orgel besitzt drei Manuale (Hauptwerk,
Rückpositiv, Brustwerk) und ein Pedal, das sind 35 klingende Stimmen, davon 6 Zungenstimmen. Die Gesamtpfeifenzahl beläuft sich
auf 2510. Die Spiel- und Registertraktur ist elektrisch und der Spieltisch fahrbar. Leider muss er in diesem Jahr ausgewechselt werden.
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